KEELE & Kosmonovski

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KEELE & Kosmonovski

3. Mai 2024

Musikalisch geprägt als myspace-Generation vom Sound der US-Hardcore/Punk/Emo-Szene, entdecken Keele später ihr Faible für deutsche Bands wie Tomte, Kettcar, Escapado, Captain Planet, Muff Potter oder Herrenmagazin, die sie bis heute inspirieren.

Das positive Szene-Echo der beiden Langspieler „Gut und dir“ und „Kalte Wände“ (beide Rookie Records) führt die Hamburger seit 2017 auf kleine und große Bühnen in allen Winkeln des Landes.
Die Live-Flaute der Pandemie nutzt die Band für einen kreatives Sabbatical, um 2022 mit frisch gebügeltem Gewand an der Tourbushalte zu stehen.

Keele sind:
Fabian Held (Vocals)
Patrick Sternberg (Gitarre),
Leon Te Paa (Bass)
Malte Buchner (Schlagzeug)

Web: www.keele.de

***
Der Ton ist rauher geworden im Hause Kosmonovski.
Die herrlichen Melodien sind geblieben, die dritte Gitarre verdickt jedoch den Sound, und erzeugt mehr Druck. Wo die Orgel bisher verspielte Akzente setzte, lockert verstärkt ein bestimmter Groove die Songs auf. Man kann hören, dass die Band sich bewusst Zeit für den Entstehungs- und Entwicklungsprozess gelassen hat. Der Gesang ist energischer geworden, die vorsichtige Zurückhaltung ist einer gewissen Dringlichkeit gewichen. Statt des leichtfüßigen Tanzes ist man nun eher dem Körperkontakt im Pit zugeneigt. Textlich ohnehin schon immer On Point, wird weiterhin mit jedem Wort auf den aktuellen Zeitgeist aufgebaut: „Ich weiß nicht weiter, denn alles geht kaputt.“ Auf höchstem Niveau stellt Denninger wie gewohnt die essentiellen Fragen („Wie sieht er denn nun aus, der große anmutige Masterplan?“), verpackt sie in bittersüße Verse und packende Hooks, die bereits nach dem ersten Hören im Kopf bleiben und das Bedürfnis wecken, Fäuste in die Luft zu recken und mitzubrüllen. Das ist seine Stärke. Aus der „kontroversen Problemzone Ich“ Perspektive, jedem das Gefühl zu geben, angesprochen und einbezogen zu sein („Komm lass dich fallen, ich mach das auch“). Antworten und Lösungen zu finden, positiv und stark zu bleiben, fällt ihm natürlich auch schwer. Dennoch hinterlässt er uns einen Funken Hoffnung: „Für ein kleines bisschen Schatten, braucht man noch immer etwas Licht.“ Man kann nicht verschweigen, dass vieles an den neuen Songs weiterhin den Geist ihrer Heimatstadt atmet. Doch Kosmonovski heben ihn auf eine neue Ebene, fügen ihm weitere Facetten hinzu. Sie sind eingängig, und wo andere sich oft in Kryptik verstricken, sprechen sie klare, verständliche Worte, die dir sofort ins Herz greifen. Kosmonovski haben längst ihren Platz zwischen all den Szenegrößen wie Turbostaat, Muff Potter oder Love A, deren Vergleiche man sich wohl gefallen lassen muss wenn man diese Art deutschsprachiger Musik macht, gefunden. Nun liegt es an den Menschen, sie zu entdecken und sich zu verlieben.

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